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(207) Pitschepatschenass

... war nicht nur ich aufgrund meiner nicht mehr so richtig wasserdichten Jacke, sondern auch meine Kamera während und nach einem zweistündigen "Fotowalk" durch das regnerische Fulda. Aber die Fuji hält das aus, das weiß ich schon aus Erfahrung. 


Geplant war das ganz anders: Ich hatte gestern Abend die Zeit von 17:45 - 19:45 Uhr in der Stadt zu überbrücken, und da dachte ich sofort ans Fotografieren. Ich malte mir Bilder zur Blauen Stunde aus und anschließend noch welche in Langzeitbelichtung mit der Abendbeleuchtung. Vielleicht könnte ich auch noch die letzten Sonnenstrahlen hinter dem Dom, im Domdechaneigarten oder im wunderschönen Dahliengarten erwischen - war so ein Wunschgedanke.


Zu Beginn nieselte es nur leicht, und ich ging sofort in den versteckt liegenden Dahliengarten, da der Domdechaneigarten leider schon geschlossen war. Regentropfen auf den Blüten und den Blättern waren schon ein paar Aufnahmen wert. Auch die Blicke zum Dom und zum Hexenturm waren noch zu fotografieren. Dann fing es aber heftiger an zu regnen, ich zog meine Kapuze auf und hielt die Kamera jetzt möglichst mit dem Objektiv nach unten, die Frontlinse sollte ja nicht nass werden. 


So umrundete ich dennoch den Domplatz auf der Suche nach Motiven. Fündig wurde ich immerhin an der alten karolingischen Michaelskirche, deren  erleuchteten Fenster mir lohnenswert erschienen. Am Eingang, der weit offen stand, konnte ich dann sehen, dass in der Kirche gerade ein Gottesdienst stattfand. Der Blick in diese schöne kleine Kirche durch die geöffnete Tür war ebenfalls ein Bild wert. Und vor der Kirche erwischte ich sogar noch Sonnenreste am Himmel (s. heutiges Bild).


Inzwischen merkte ich dann aber, dass meine Jacke den Regen leider durchließ und ich dann doch den Schirm nehmen musste. Fotografieren mit Schirm ist dann nun mal etwas problematisch, zumal es jetzt schon dunkel war und ich die Kamera mit einer Hand doch nicht so ruhig halten konnte. Auf das Stativ verzichtete ich ganz, das war mir bei der Nässe doch zu schwierig. 


In kurzen Regenpausen konnte ich dann immerhin noch einige schöne Spiegeleffekte auf dem nassen Altstadtpflaster festhalten. Insgesamt wirkten die feuchten Straßen auch mit der Beleuchtung durch die Schaufenster und Straßenlaternen im Dunkeln doch interessant. Einige Weitwinkelbilder von markanten Innen- und Altstadtbereichen konnte ich so auch noch mitnehmen.  Einige davon – mit Schirm – zeigen diesen dann auch im oberen Bereich, was ich so im Dunkeln nicht gesehen hatte.

 

Es war zwar nicht das, was ich geplant hatte - gelohnt hat es sich trotzdem. Die Achtsamkeit hat mich ja in den vielen Jahren gelehrt, den Augenblick, die konkrete Gegenwart zu nutzen und nicht zu viel zu erwarten. So konnte ich gestern Abend trotz z. T. heftigem Regen diese Zeit nutzen und so neben fotografischer Flexibilität und Erfahrung auch wieder eine achtsame Erfahrung mitnehmen. Ich habe das gemacht, was ich mir vorgenommen hatte,  nämlich zwei Stunden mit der Kamera durch Fulda zu streifen. Die Ergebnisse waren und sind andere, aber dennoch interessante.


Meine Kamera hat es problemlos überstanden und meine zweijährige Enkelin Lea aus Berlin, die zurzeit bei uns zu Besuch ist, empfing mich zuhause mit den Worten: „Opa pitschepatschenass!“