(273) Aprilwetter im Februar

Heute Morgen beim Einkaufen bin ich nass geworden, es war eisig kalt und stürmisch. Danach wollte ich heute keinen Fuß mehr vor die Tür setzen. Und dann kam heute Nachmittag ganz unverhofft plötzlich die Sonne heraus und lockte mich dann doch aus dem Haus, natürlich mit Kamera. Als Ziel hatte ich mir die Furt an der Nässe, einem kleinen Bach bei meinem Heimatort Hofbieber in der Rhön, vorgenommen. Diese Furt erinnert mich immer wieder an unsere tolle und spannende Tour rund um Island. Dort sind Furten fast etwas Normales. Heute stellte ich mir ein schönes durch die Bäume immer wieder unterbrochenes Sonnen-Seitenlicht vor.  Ich vermutete auch, dass die Nässe wegen der vielen Regenfälle in den vergangenen Wochen auch verhältnismäßig viel Wasser führt, was auch fotogen wäre.


Unterwegs verschwand die Sonne aber recht schnell immer wieder hinter dunklen Wolken. An der Furt angekommen konnte ich keinerlei Sonne mehr entdecken, es war stark bewölkt. Ordentlich viel Wasser hatte die Nässe aber. Der Sturm der letzten Tage hat auch etliche Bäume abgeknickt, und ich versank fast im Matsch des aufgeweichten Bodens. Natürlich habe ich trotzdem einige Bilder von der Furt und von der Nässe gemacht, die dunklen Wolken mit schmalen hellen Streifen machten sich im Hintergrund auch nicht schlecht. Ein Zulauf zum Bach, der sonst kaum Wasser führt, hatte sogar zwei kleine "Wasserfälle", die mich ein wenig an die Kaskadenschlucht bei Gersfeld (Rhön) erinnerten. Fotografisch habe ich einiges probiert, aber die Realität gefiel mir besser. Vermutlich hätte ich mich mit Gummistiefeln in das kleine Rinnsal stellen und herunterbeugen müssen, so blieben die "Wasserfälle" doch eher ein nicht fotografiertes Bild, das sich in meinem Erinnern speicherte. 


Auf dem Hin- und Rückweg gelangen mir aber noch einige Wolkenhimmel-Bilder mit kahlen Bäumen im Vordergrund, was mich regelrecht faszinierte. Ich bin gespannt wie sie zuhause am großen Monitor wirken. Auf jeden Fall war ich hier mal wieder so richtig ins Fotografieren versunken.


Der Weg war heute mal wieder das Ziel, ich habe unterwegs die spannenderen Bilder gemacht als am Ziel. Ich habe auch mal wieder erfahren wie gut es ist achtsam zu sein, wirklich im gegenwärtigen Moment zu leben und so z. B. das Wetter zu nehmen wie es ist.  Ich war auch keineswegs enttäuscht, dass ich meine ursprünglichen Fotoideen nicht umsetzen konnte. Das Fotografieren hat Spaß gemacht, ich sehe ja endlich wieder, was ich fotografiere, und ich war auch noch eineinhalb Stunden an der frischen Luft. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt, den inneren Schweinehund zu überwinden und rauszugehen, und ich bin nicht nochmal nass geworden.


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Kommentare: 1
  • #1

    oli (Sonntag, 25 Februar 2024 09:36)

    Der Weg ist das Ziel - korrekt. Ich trage auch oft meine kleine X100V "umsonst" mit mir rum, aber das ist mir meistens egal. Und das Wetter wird schon früh genug wieder viel zu sonnig&warm - was nicht bedeuten soll, dass ich das kalte Wetter besonders mag. Wir waren diesen Winter viel zu wenig unterwegs - wird dringend Zeit aus der Lethargie aufzuwachen. Von daher - danke für deinen Gedanken: Später werde ich eine kleine Runde ums Quadrat machen! ;-)
    lg, oli